Wissen Sie, welchen Servicegrad Sie haben?

Viele Unternehmen haben oft ein Bauchgefühl was ihren Servicegrad angeht. “Wir können etwa 80% aller Kunden sofort beliefern” ist ein typischer Kommentar.

Dies basiert meist auf:

  • Rückmeldung vom Vertrieb
  • Rückständige Kundenaufträge
  • Änderungen im Umsatz

Dieser Ansatz ist jedoch problematisch:

  • Vertriebler sind meist sehr beschäftigt und Reporting ist oft nicht ihre stärkste Seite
  • Je nach Artikel und Branche sind Kunden oft nicht bereit zu warten und kaufen einfach bei Ihrem Konkurrenten
  • Umsätze ändern sich oft durch eine komplexe Kombination von Faktoren
  • Fokussieren Sie sich auf einige wenige, lautstarke Kunden, obwohl diese vielleicht nicht Ihre wichtigsten sind

Es muss also einen wissenschaftlichen Weg geben, den Servicegrad zu bemessen. Hier ist ist ein guter Ansatz, wie Sie ihn für einen speziellen Artikel berechnen können:

  1. Nehmen Sie eine angemessene Zeitspanne (zum Beispiel die letzten 30 Tage)
  2. Zählen Sie für jeden Tag, wie oft der Artikel auf Lager und wie oft er nicht lieferbar war
  3. Berechnen Sie die Prozent, wie oft ein Artikel auf Lager war. Wenn der Artikel z.B. 20 mal der letzten 30 Tage lieferbar war, beträgt der Servicegrad für diesen Artikel 66,7%.
  4. Wiederholen Sie diesen Vorgang für all Ihre Artikel, oder zumindest für die Best-Seller. Tipp:: Notieren Sie sich die Ergebnisse, um den Verlauf beobachten zu können.

Dies wird Ihnen helfen, ein genaueres Bild des Servicegrads für jeden Artikel zu bekommen. Wenn Sie anschließend die Artikel aufsteigend vom schlechtesten Servicegrad sortieren, können Sie den Fokus direkt auf die Problemzonen richten und diese Artikel wieder nachbestellen.

Sie sollten die Artikel wieder auffüllen, da Sie genau jetzt Umsätze verlieren – dabei könnten Sie jedoch Ihre Zeit damit verschwenden, Artikel wieder aufzustocken, die eine sehr geringe Gewinnspanne haben.

Was Sie wirklich in betracht ziehen sollten wäre es, diese Liste zusätzlich noch nach den wertvollsten Artikeln zu sortieren und bewerten – in dem Sie zum Beispiel den „nicht lieferbar“-Prozentsatz mit dem Einkaufspreis oder dem Bruttoergebnis multiplizieren.

Wenn Sie die Liste nun nochmals vom tiefsten zum höchsten Wert sortieren, werden Ihnen die Artikel mit den größten Problemen sofort ins Auge stechen, was Ihnen eine höhere Chance gibt, mehr Verkäufe und somit mehr Umsätze zu machen.

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