Risiken der Lagerhaltung, die Ihr Unternehmen gefährden

Als Geschäftsführer oder Besitzer eines Unternehmens haben Sie sicher schon die Erfahrungen gemacht, wie schwierig und kompliziert es ist, einen hohen Servicegrad für den Kunden zu gewährleisten, während Sie sich um einen festen (möglichst geringen) Inventarwert bzw. Inventarbestand bemühen.

Aber wieso ist das so ein schwieriges Unterfangen? Lassen Sie uns auf die Details eingehen:

Der Hauptgrund Inventar zu führen ist es, dem Kunden eine hohe Lieferfähigkeit zu gewährleisten, wann immer er nach Ihrem Produkt fragt. In anderen Worten, Sie brauchen die Richtige Menge an Inventar zur richtigen Zeit.

Das erscheint als einfach, wenn:

  • Sie genau wissen, wie viel von welchem Produkt ihre Kunden in der nächsten Periode anfragen. Das erfordert eine genaue Prognose.
  • Die Lieferzeiten Ihrer Zulieferer  sehr genau sind.
  • Sie wissen, wann Sie bestellen müssen.
  • Sie wissen, wie viel Sie bestellen müssen.
  • Sie Ihren Lieferanten vertrauen können, termingerecht zu liefern.

Nicht liefern zu können stellt dabei das größte Risiko da. Einzelne Verkäufe zu verlieren mag auf den ersten Blick zwar nicht so schlimm aussehen –  ein verlorener Kunde kann unter Umständen aber nicht wieder auf Sie zurück kommen, was wiederum die Position Ihrer Mitbewerber stärkt.

Allein einen einzelnen Artikel komplett im Auge zu behalten ist keine leichte Aufgabe. Dies aber für all Ihre Artikel zu leisten ist eine Herausforderung, die Sie ohne ein geschultes Team und spezielle Programme kaum bewerkstelligen können – wobei Sie sich immernoch darauf verlassen müssen, dass die Risiken in Ihrem Interesse abgeschätzt werden.

Welche Risiken gibt es bei der Nachfrage?

  • Ungenaue Prognosen. Natürlich ist es unmöglich, die Nachfrage Ihrer Produkte genau vorherzusagen – dennoch, jedes mal wenn Sie eine neue Bestellung aufgeben, erwarten Sie einen gewissen Umsatz. Genau das ist ist die „Prognose„.
  • unterschätze Nachfrage endet in Umsatzverlust, da Sie nicht direkt liefern können.
  • überschätze Nachfrage führt zu Überschuß und belegt wertvolles Lagerkapital.
  • Prognosefehler bleiben oft unerkannt.

Bestimmung der Nachfrage:

  • Jeder Artikel, den Sie auf Lager halten wollen, benötigt eine Prognose. Wie erzeugen Sie eine möglichst genaue Prognose, ohne viel Zeit investieren zu müssen?
  • Neue Artikel – Prognose errechnen Sich aus frühreren Verkäufen. Wie beurteilen Sie neue Artikel, die Sie erst seit kurzem anbieten, die aber noch über keine Verkaufs-Historie verfügen?
  • Ist es realistisch, für jeden Artikel manuell eine Prognose zu erstellen und anzupassen?
  • Haben Sie die richtigen Werkzeuge, um zu sehen, bei welchen Artikel Sie der Computerprognose vertrauen können und welche Sie zusätzlich bearbeiten müssen?
  • Die Verkaufshistorie enthält typischerweise Anomalien und andere Störungen, die unter Umständen die Prognose negativ beeinflussen. Wie gehen Sie damit um?

Widmen wir uns den Risiken auf Zuliefererseite:

  • Unzuverlässige Lieferanten. Der Lieferant gibt eine Lieferzeit von 12 Tage an, liefert aber manchmal in 18, oder in 8 Tagen. Sie schanken zwischen zu viel und zu wenig Bestand.
  • Verspätete Lieferungen. Kontinuierlich zu späte Lieferungen bedeuten, dass die angegebene Lieferzeit zu gering ist. Eine Erhöhung der Lieferzeit löst dieses Problem – jedoch zu welchen (Mehr-)Kosten Ihrerseits?

Werfen wir einen etwas genaueren Blick auf die Lieranten:

  • Wird auf Ihren Bestellungen der korrekte Liefertermin für jeden Artikelposten einzeln geführt? Wenn nicht, wie ziehen Sie Ihren Lieferanten zur Verantwortung?
  • Haben Sie einen Prozess, um verspätete Lieferungen zu erkennen und gegebenenfalls zu beschleunigen?
  • Wann haben Sie zuletzt die Lieferzeit jedes Lieferanten für jedes Produkt überprüft? Falsche Lieferzeiten verfälschen automatisch all Ihre Berechnungen.
  • Akzeptieren Sie Mehrlieferungen des Lieferanten? Das belastet Ihr Kapital.
  • Liefern Ihre Zulieferer zu wenig Artikel?
  • Gibt es ein Problem mit der Qualität der gelieferten Produkte?
  • Kaufen Sie zum richtigen Preis ein?

Haben Sie nun Lust bekommen, sich mehr mit den Lieferanten zu beschäftigen? Woher sollen Sie wissen, wo oder bei wem Sie anfangen sollen? Leider muss man sagen, dass es oftmals bei dem Gedanken bleibt und keine weiteren Schritte unternommen werde. Das wird Ihr Risiko jedoch weiter erhöhen.

Man darf die Datenqualität nicht ignorieren.

  • Selbst wenn Sie die oben erwähnten Werte/Faktoren perfekt erfasst haben: aufgegebene Bestellungen gegen ungenau bestimmen Lagerbestand macht Ihnen all die Arbeit wieder zu nichte
  • Ebenso erhöht sich das Risiko, wenn Sie alle erforderlichen Daten erfasst haben und die Bestellungen aufgeben, die ersten erfassten Daten aber schon mehrere Tage alt sind

Fehlende Messmethoden, um sowohl bestehende, als auch zukünftige Risiken zu erkennen, wird Ihre Situation weiter verschlimmern.

  • Ein Alarm vor potentieller Lieferunfähigkeit, bevor sie eintritt, ist enorm wichtig
  • Zu wissen, wie man Überschüsse identifiziert und redziert, ohne den Servicegrad des Kunden zu beeinflussen löst ein Problem, was Sie zu diesem Zeitpunkt in Ihrem Lager schon vorhanden ist
  • Eine Warnung vor (überflüssigen) Bestellungen, die zum Zeitpunkt der Lieferung zu einem Überschuss führen, hilft Ihnen eine Lösung zu finden, bevor es zu Problemen kommt

Und was unternehmen Sie dagegen?

Glücklicherweise gibt es viele Lösungen die es ermöglichen, eine große Zahl an Artikel  zu verwalten und Ihre Bestandsziele zu erreichen.

Es geht eher darum, das passende Programm für Ihr Unternehmen zu finden – eins, dass zu Ihrem Budget passt und kein großes Team erfordert, um damit umzugehen.

Eine Grundvorraussetzung für ein solches Programm sollte ein zusätzlicher Puffer oder Sicherheitsbestand sein, der Sie gegen diese Risiken absichert. Das ist aber ein eigenes, komplexes Themengebiet, was wir nocheinmal getrennt ansprechen werden.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.