Bestands-Klassifizierung mit der ABC-Analyse

In Gesprächen rund um den Bestand fällt oft das Wort „Klassifizierung“ und man hört, dass es der Grundstein für die Bestandsoptimierung sei. Aber was versteht man unter „Klassifizierung“ und warum ist es so wichtig? Ist die ABC-Analyse der einzige Grund oder gibt es noch mehr zu berücksichtigen?

Lassen Sie uns zunächst einmal ein paar Aspekte einer schlechten Klassifizierung betrachten.

  • Artikel, die eigentlich nicht bestellt werden sollen, tauchen in den Bestellvorschlägen auf
  • Die empfohlene Bestellmenge ist oft völlig falsch
  • Die einzelnen Arbeitsschritte nehmen sehr viel Zeit in Anspruch
  • Es ist quasi unmöglich, alle empfohlenen Bestellungen nach Artikel zu überprüfen, die entweder gar nicht oder in anderen Mengen als vorgeschlagen bestellt werden sollen. Das führt zu Überbeständen.
  • Werden  Service-Grad und Sicherheitsbestand übergreifend auf alle Artikel angewendet, sorgt das dafür, dass Sie Ihr Kapital nicht effektiv einsetzen
  • Strategische Ziele, Service-Grad und Sicherheitsbestand individuell auf die Artikel anzuwenden ist viel zu viel Arbeit, um dies manuell zu bewerkstelligen, geschweige denn auch noch aktuell zu halten. Hier sind effektivere Methoden zwingend erforderlich!

Die oben angeführten Punkte scheinen offensichtlich zu sein, aber was ist der eigentliche Zweck der Klassifizierung?

  • Den Blick auf Artikel richten, die für Ihre Ziele und Kunden am wichtigsten sind
  • Schlüsselparameter definieren, die z.B. Bestellzyklen oder Sicherheitsbestand für Artikel entsprechend ihrer Wichtigkeit festlegen
  • Artikel identifizieren, die sich seit einiger Zeit nicht mehr verkauft haben und als „nicht auf Lager“ geführt werden sollten. Diese Artikel werden nur auf Kundenorder nachbestellt
  • Artikel identifizieren, die sich seit langer Zeit nicht mehr verkauft haben und als obsolet anzusehen sind. Diese Artikel sollten nicht mehr bestellt werden.
  • Die Produktivität in der Bestandsverwaltung erhöhen, um mehr Zeit für die Artikel zu haben, die den größten Gewinn versprechen, ohne die unwichtigeren Artikel völlig zu vernachlässigen

Wie soll es nach der Klassifizierung weitergehen? Die folgenden Schritte zeigen Ihnen, wie Sie den größten Erfolg mit dem wenigsten Aufwand haben werden:

  • Herstellende Betrieben müssen Ihre Produkte in Endprodukte und Rohmaterialien gruppieren, bevor Sie mit den weiteren Schritten fortfahren. Der Grund dafür ist, dass Rohmaterialien oftmals keine Verbrauchshistorie haben (sofern sie einzeln nicht auch verkauft werden). Diese Artikel mit aufzuführen, würde Ihre Resultate verfälschen.
  • Spüren Sie obsolete Artikel als erstes auf – Beispielsweise Artikel, die sich in den letzten 24 Monaten nicht verkauft haben, wären als obsolet einzustufen
  • Spüren Sie als nächstes Artikel auf, die zukünftig nicht mehr auf Lager sein sollen, z.B. Artikel, die sich in den letzten 12 Monaten nicht verkauft haben
  • Anmerkung: Die Werte für die zwei Beispiele unterschieden sich von Unternehmen zu Unternehmen
  • Alle übrigen Artikel sind die ABC Artikel und werden normal behandelt.

Weil diese ABC-Artikel der Grundstein für Ihr Unternehmen sind, werden wir dieses Thema noch einmal getrennt besprechen. Ist eine einfache ABC-Analye für sich selbst gesehen schon sinnvoll, oder würde Ihr Unternehmen von einer tieferen Einsicht in die traditionelle ABC-Analyse profitieren, vor allem wenn mit Fokus auf Verwaltung, strategischen Zielen und Zielparametern?